(AN)GESICHT BERLIN

(An)Gesicht Berlin von Enrico Verworner

Berlin besteht nicht nur aus Straßen, Gebäuden und der Spree, sondern zeichnet sich vor allem durch die Vielfalt von Kunst und Kultur aus. Die Weltmetropole ist Ziel und Mittelpunkt von Freigeistern, die ihrer künstlerischen Seele einen Körper geben möchten. Berlin ist offen, frech, neugierig und somit der perfekte Platz für all die Kunstschaffenden, die sich (was) trauen.

Ich möchte Euch 10 unterschiedliche Menschen vorstellen, die vor und hinter den Kulissen der Hauptstadt arbeiten und Berlin somit ein ständig wandelbares Gesicht verleihen.

Im Angesicht dieser Menschen spiegelt sich das vielseitige und künstlerische Berlin wieder, also:

Cover Plakat Ankündigung
(An)Gesicht Berlin von Enrico Verworner

Bühne frei für „(An)Gesicht Berlin“.

1) Brigitte Grothum / Schauspielerin/Regisseurin/Produzentin

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Brigitte Grothum / Schauspielerin/Regisseurin/Produzentin

Mit 15 Jahren kam Brigitte Grothum nach Westberlin und verliebte sich sofort in die Stadt. Spätestens Ende der 70iger Jahre ist Brigitte Grothum als „Magda Färber“ in der Fernsehserie „Drei Damen vom Grill“ eines der bekanntesten Gesichter Berlins. Die Serie spielt in Berlin und ist von Beginn an ein Hit (140 Episoden, 12 Staffeln). 1987 führt sie zum ersten Mal die „Berliner Jedermann-Festspiele“ auf. Sie führt Regie, spielt selbst (den Glauben) und produziert. Die Aufführungen fanden anfangs in der Südsternkirche und der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche statt. Ab 1993 war der „Jedermann“ dann im Berliner Dom zuhause und wurde bis 2014 jedes Jahr äußerst erfolgreich aufgeführt. Durch diese Produktionen war sie nun jedem Berliner ein Begriff. Aber sie gab sich damit nicht zufrieden, arbeitet bis heute erfolgreich für Film, TV, spielt Theater, spricht in Live-Hörspielen und gibt Lesungen. Zu ihren vielen Auszeichnungen zählen: der „Berlin Orden“ (1988), das „Bundesverdienstkreuz am Bande“ (1989) und der BZ Kulturpreis „Berliner Bär“ (2006).

 

2) Jan Azuka Bardella / Tänzer/Choreograph

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Jan Azuka Bardella / Tänzer/Choreograph

Seit 1984 unterrichtet Jan Azuka Bardella Tanz, damals noch im  Haus der Jungen Talente in Ost-Berlin. Er ist ausgebildeter Tänzer (studierte an der Fachschule für Tanz in Leipzig) und begann seine Karriere in Berlin, wo er an der „Komischen Oper“ tanzte. Ein paar Jahre später wechselte er zum Studioballett, wo er sich als Solotänzer etablierte. Mit 2 Kollegen gründete Jan Azuka Bardella das „Tanztrio FUN“ und trat weltweit in zahlreichen Show auf. Später arbeitete er mit dem berühmten Fernsehballett der DDR in großen Fernsehshows wie „Ein Kessel Buntes“ (was im Friedrichstadtpalast aufgezeichnet wurde) und nach der Wende in „Wetten dass..?“. So kam es dann auch zur Zusammenarbeit mit Stars wie Nina Hagen und Phil Collins. Als Profitänzer in allen Genren bewandert, waren auch Jan Azuka`s eigene Choreographien gefragt und Aufträge für Neuinszenierungen wie „West Side Story“ oder „Fame“ wurden in seine Hände gelegt. Seit über 20 Jahren gibt er als Tanzlehrer Unterricht in Jazztanz und unterrichtet in verschiedenen Studios in Berlin und Brandenburg.

 

3) Barbie Breakout / Autorin/Maskenbildnerin/Dragqueen

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Barbie Breakout / Autorin/Maskenbildnerin/Dragqueen

Seit 1994 lebt Barbie Breakout in Berlin. Laut ihrer Aussage gibt es keine andere deutsche Stadt, die so lebenswert ist, wie die Hauptstadt. Hier fand sie ihr Zuhause, macht eine Ausbildung zur Maskenbildnerin und arbeitet seither erfolgreich in diesem Beruf. Ein Grund für diese Ausbildung war auch die optische Perfektionierung an der eigenen Figur „Barbie Breakout“. Diese glamouröse Erscheinung hält nicht hinterm Berg, wenn ihr etwas nicht gefällt. Sie spricht oder performt gegen Missstände, Diskriminierung und Hetze. Als „Polit-Transe“ sieht sie sich aber nicht, eher als soziales Wesen, was den Mund nicht halten kann und gern Aufklärung betreibt. Bereits 2 Bücher hat Barbie Breakout herausgebracht: „Tragisch aber geil“ und „Girl, bye“. Beide Bücher sind autobiographisch aber ihre Geschichte ist noch längst nicht fertig erzählt. Sie ist bekennender Genussmensch, tut weiterhin was sie will, oder in ihren Worten: „Wir müssen alle so sein, wie wir sein wollen.“

 

4) Tom Schreiber / Politiker

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Tom Schreiber / Politiker

Geboren in Berlin Buch, wuchs Tom Schreiber in Berlin Köpenick auf. Dort verlor er sein Herz, daher wohnt und arbeitet er noch heute dort. Von 2001 bis 2014 absolvierte er ein Studium der Erziehungswissenschaft und Politikwissenschaft an der Universität Potsdam, welches er mit dem akademischen Grad Magister Artium abschloss. Aber bereits 1999 trat er der SPD bei. Im September 2006 wurde Tom Schreiber im Bezirk Treptow-Köpenick als Direktkandidat des Wahlkreises Treptow-Köpenick 5 in das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt und im September 2011 als Direktkandidat wiedergewählt.  Er ist 2004-2016 stellvertretender Vorsitzender der SPD Köpenick Nord/Dammvorstadt, seit 2016 Vorsitzender. Mitglied im Kreisvorstand der SPD Treptow-Köpenick. 3x wöchentlich gibt er den Köpenickern die Gelegenheit in seinem Bürgerbüro vorzusprechen, so bleibt er volksnah und ist immer gut über die Belange seiner Köpenicker informiert. Immer wieder geht er den unbequemen Weg und setzt sich mit Themen wie Rechtsextremismus und kriminelle Clans auseinander. Tom Schreiber nimmt dabei aktiv an Polizeieinsätzen teil, um Probleme direkt zuerkennen und anschließend seine persönlichen Erfahrungen an der Politfront in entsprechende Gesetzesentwürfe einzubringen. Aber nicht nur die „politische Bühne“ sagt ihm zu, er ist außerdem Mitglied der Freunde und Förderer der Staatsoper „Unter den Linden“, Mitglied des Heimatverein Köpenick e.V., des Heimatverein Müggelheim e.V. und Fördermitglied der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

 

5) Zoe Helali / Model/Muse/Malerin

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Zoe Helali / Model/Muse/Malerin

Mit nordafrikanischen Wurzeln kam Zoe Helali nach einigen Turbulenzen als Teenagerin nach Berlin und fand dort ihr künstlerisches Zuhause. Sehr schnell erkannte man das Talent der exotischen Schönheit und buchte sie nicht nur für Fotoproduktionen, sondern auch für Modenschauen. Ihre Grazie, der starke Walk und die ungewöhnlich großen dramatischen Posen waren und sind noch immer das Erkennungsmerkmal von Zoe Helali. Berliner Haute Couture Designer Guido Maria Kretschmer erkor die „Unnahbare“ zu seiner Muse und lässt sich durch sein Lieblingsmodel regelmäßig inspirieren. Aber auch andere große Designer wie Armani oder Vivienne Westwood arbeiten mit Zoe Helali zusammen. Es folgen zahlreiche Veröffentlichungen in Modemagazinen (Vogue, GQ uvm.), internationale Werbejobs sowie Fashionshows. Bei all der großen  Aufmerksamkeit zieht es Zoe Helali immer wieder zurück nach Berlin in ein kleines Atelier. Dort ist sie dann ganz sie selbst, ganz pur Zoe und kann ihrer künstlerischen Seele eine Gestalt auf Leinwand geben. Ihr Stil ist einzigartig und ihre farbig fantasievollen Bilder faszinieren regelmäßig bei nationalen und internationalen Ausstellungen.

 

6) Norbert Oms / Berliner Straßenoriginal

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Norbert Oms / Berliner Straßenoriginal

Norbert Oms gehört zum Straßenbild am Gesundbrunnen. Er hat dort seinen Platz zwischen der Apotheke und einem Obsthändler. Einst aus Berlin in ein Kinderheim nach Westdeutschland geschickt, kam er 1966 wieder zurück in seine Heimatstadt. Als Mechaniker arbeitete bis 1991, als ihn plötzlich ein Unfall in die Rente schickte. Seither ist er täglich an der Brunnenstraße und schaut dem Treiben der Berliner zu. Norbert Oms ist gern gesehen und unterhält sich mit den Anwohnern über ihre täglichen Sorgen und Freuden. Er ist als bekennender Buddist oft Kummerkasten, gibt Ratschläge und freut sich über kleine Geschenke. Ob es eine Schrippe vom Bäcker gegenüber ist oder ein neuer Sticker für seinen Hut. Dass er für Menschen da sein kann, und sie ihm täglich zuwinken, lässt ihn strahlen. „Zuhause bin ich allein, da wird mir nur langweilig. Mir reichen hier diese 2 qm völlig aus. Hier kennen mich alle, ich werde beschützt und hier gibt’s ja auch ne Menge zu sehen und zu hören.“ So richtet er jeden Morgen seinen kleinen Altar her, der mit vielen kleinen Geschenken bestückt ist, darunter auch ein kleiner Budda. Dann klappt er seinen Hocker auf, zündet sich eine Zigarette an und grüßt auf der anderen Seite eine Frau mit Namen, die gerade ihren Hund ausführt

 

7) Vaile Fuchs / Musikerin/Schauspielerin/Autorin

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Vaile Fuchs / Musikerin/Schauspielerin/Autorin

Vaile Fuchs hat sich 2007 ganz bewusst für Berlin als Wahlheimat entschieden. Sie wohnte bereits davor für kurze Zeit in der Hauptstadt, als sie am „Theater des Westens“ im Musical „Vom Geist der Weihnacht“ eine Hauptrolle spielte. Damals erkannte Vaile Fuchs in der Unruhe der Stadt ihren eigenen Lebensrhythmus. Die permanente Reibung und Veränderung zwischen ihr und Berlin war der perfekte Nährboden, aus dem sie noch immer ihre kreative Energie schöpft. Vaile Fuchs ist in ihrem musikalischen Schaffen fast autark, denn sie schreibt ihre Texte selbst, komponiert, spielt Klavier und Gitarre. Die Musik spielt zwar in ihrem beruflichen Leben die Hauptrolle, allerdings ist sie als ausgebildete Schauspielerin ebenfalls sehr gefragt und spielte bereits in zahlreichen Kinofilmen, Fernsehserien und Theaterproduktionen. Auch als Musicalkomponistin konnte sich Vaile Fuchs etablieren und feierte mit „Das Feuerzeug“, „Die Schatzinsel“ und „Die Hexe und der Zauberer“ große Erfolge. Dieses Jahr arbeitet sie erneut an einem neuen Musical „Mary Poppins“, außerdem erscheint ihr 5. Studioalbum „Herzdisko“ und ihr Buch „Frei sein“ (gleichnamiges Album 2011) wird für die große Kinoleinwand verfilmt.

 

8) Robert Schlegel / Veranstaltungstechniker

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Robert Schlegel / Veranstaltungstechniker

Berlin schläft nie und zu jeder Tages- und Nachtzeit gibt es die unterschiedlichsten Events wie: Messen, Konzerte, Festivals, Premieren, Konferenzen, Modenschauen, Eröffnungen, Hochzeiten, Realese Partys uvm. Wenn man dies richtig angehen möchte, ist „B-Musik“ nicht nur professioneller Technikdienstleister, sondern auch als Kreativagentur für individuelle Veranstaltungs- und Marketingkonzepte bekannt. Robert Schlegel ist Geschäftsführer und gründete die Firma 2005. Von der Konzeption bis zur operative Umsetzung, inklusive des Materials, werden erfolgreich Events gestaltet. So können dank ihm und seinem Team jährlich rund 2000 Veranstaltungen mit Planung und Technik durchgeführt werden. Zu seinen Kunden zählen: Mall of Berlin, Festival of Lights, universal, airberlin, Mercedes-Benz, Hertha BSC uvm. Robert Schlegel zieht auch weiterhin im Verborgenen die Fäden hinter den Kulissen und baut permanent die „Bühne Berlin“ um, setzt sie ins richtige Licht oder beschallt die Straßen beim „Zug der Liebe“ oder dem jährlichen „CSD“.

 

9) Lara-Isabelle Rentinck / Schauspielerin

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Lara-Isabelle Rentinck / Schauspielerin

Als geborene Berlinerin nahm Lara Isabelle Rentinck schon zu ihrer Schulzeit privaten Gesangs- und Schauspielunterricht. Mit 15 Jahren machte sie dann ein Praktikum an der „Komödie“ am Kurfürstendamm und spätestens da wurde ihr klar, sie muss Schauspielerin werden. Bereits mit 19 Jahren hatte sie ihren Durchbruch in der Erfolgsserie „Verliebt in Berlin“, die von 2005 bis 2007 lief und ihr den „Deutschen Fernsehpreis“ und die „Goldene Rose von Luzern“ einbrachte. Aber auch in Kino- und Theaterproduktionen konnte sie ihr Talent und ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen. 2011 bis 2016 spielt sie äußerst erfolgreich in der Fernsehserie „Küstenwache“ und aktuell spielt sie eine Hauptrolle im beliebten TV-Dauerbrenner „Rote Rosen“. Sie liebt, was sie tut und sie tut es unheimlich gut. Auf die Frage, was ihr am meisten liegt: Kino, TV oder Theater, antwortet sie: „Ich möchte mich nicht entscheiden, alles hat seinen besonderen Reiz und Zauber, ist aber völlig unterschiedlich zu spielen.“ Berlin bleibt sie bei all ihren Projekten weiterhin treu, denn sie ist, wie in ihrer ersten Fernsehrolle, noch immer „Verliebt in Berlin“.

 

10) Benno Radke / Humorist/Coupletsänger

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Benno Radke / Humorist/Coupletsänger

Benno Radke wurde im Berliner Wedding geboren und war bereits in früher Kindheit von Grammophonplatten fasziniert. Er begann bereits im Alter von 8 Jahren mit dem Sammeln alter Tondokumente. Benno Radke verliebte sich in die Zeit und Musik von 1900 bis 1930. Als Teenager trug er auf Schulfeiern „alte“ Schlager vor und hielt im Radio (SFB) Vorträge zur Geschichte der Phonographie. 1988 gründete er seine erste Kabarettgruppe und wurde 1990 Gründungsmitglied des Kabarettverbandes Berlin-Brandenburg. Er begann mit Schauspiel- und Gesangsunterricht und kam 1996 zu Berlins ältestem Theaterverein, der sich hauptsächlich auf Alt Berliner- und 20er-Jahre-Programme spezialisiert hatte. Nach erfolgreichen Auftritten in und außerhalb Berlins kreierte Benno Radke bald eigene Programme und eigene Tonträger. Er ist Mitbegründer des östlichsten Theaters Deutschlands: „Theater im Bahnwaggon“ in Letschin und „Zilles Stubentheater“ in Köpenick. Dort ist er auch bekannt als „Hauptmann von Köpenick“, den er regelmäßig mit der Hauptmanngarde am Rathaus Köpenick gibt. Seine Auftritte mit frecher „Berliner Schnauze“ sind legendär und so stilecht, dass man denkt, man wäre als Zeitreisender in Alt-Berlin gelandet.

 

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